Steckbriefe der Zielarten - Gartenrotschwanz ((Phoenicurus phoenicurus) PDF Drucken E-Mail
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Gartenrotschwanz ((Phoenicurus phoenicurus)


Der Gartenrotschwanz ist ein anpassungsfähiger Höhlen- und Nischenbrüter. Er bevorzugt Höhlen in geschützter Position, beispielsweise Spechthöhlen, kann aber auch auf Nischen in Mauern und Gebäuden ausweichen und nimmt gerne künstliche Höhlen an. Eine Präferenz für bestimmte Baumarten scheint nicht zu existieren. Auch über notwendige Stammhöhen oder Totholzanteile ist nichts bekannt. Er besiedelt vorwiegend sehr lichte, parkartige Bestände bis hin zu Hausgärten.

Bei der Nahrungssuche zeigt sich der Gartenrotschwanz weniger flexibel. Obwohl er geschickt darin ist, Beutetiere im Flug durch die Baumkronen zu fangen, lauert er am liebsten von Ansitzwarten aus auf Insekten, die sich am Boden bewegen und fliegt diese dann gezielt an. Bei hohem und dichtem Aufwuchs ist diese Jagdmethode aber praktisch nicht ausführbar, so dass für diesen Vogel Reviere mit lückiger oder sehr niedriger Vegetation eine unbedingte Voraussetzung sind. Studien haben gezeigt, dass er lieber ein Revier mit schlechterem Nahrungsangebot besetzt, wenn er die Beute dafür gut erreichen kann. Er frisst am liebsten Insekten, Spinnen, Tausendfüßler, Asseln, Ringelwürmer und Schnecken, teilweise auch Früchte.

Kleinparzellierte Streuobstwiesen mit überwiegend extensiver Nutzung boten mit ihrer Kombination aus Nistmöglichkeiten und Nahrungsangebot lange Zeit geeignete Habitate für den ursprünglichen Bewohner lichter Laubwälder. Durch Intensivierung einerseits oder aber Nutzungsaufgabe andererseits nimmt die Lebensraumqualität für den Gartenrotschwanz ab. Die Bestände sind daher lange Zeit stark zurückgegangen. Erst in den letzten Jahren ist in Südwestdeutschland eine leichte Erholung erkennbar, die Art gilt derzeit nicht mehr als gefährdet. In Baden-Württemberg lebten im Jahr 2004 zwischen 20.000 und 25.000 Brutpaare.

 

Quelle: Leitbildbroschüre "Was brauchen Halsbandschnäpper, Wendehals, Steinkauz und Co.?", S. 25

 



Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 06. Juni 2013 um 15:22 Uhr