Steckbriefe der Zielarten - Grünspecht (Picus viridis) PDF Drucken E-Mail
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Grünspecht (Picus viridis)


Nicht nur hinsichtlich ihrer Nahrungsgewohnheiten sind sich Grau- und Grünspecht sehr ähnlich, sie bevorzugen auch ähnliche Lebensräume. Der Grünspecht lebt jedoch noch mehr als der Grauspecht im Offenland und ist daher häufiger als Brutvogel in Streuobstwiesen zu finden. Beide brüten aber auch oft in lichten, alten Wäldern und nutzen die angrenzenden Wiesen zur Nahrungssuche. Der Raumbedarf des Grünspechts ist mit Reviergrößen zwischen 50 und 200 Hektar geringer.

Für den Grünspecht dürfen die Bäume in den Streuobstwiesen nicht zu dicht stehen. Nicht zuletzt deshalb, weil bei starker Beschattung die Vorkommen seiner Lieblingsnahrung Ameisen abnehmen, auf die er beinahe ausschließlich spezialisiert ist. Diese Spezialisierung führt in strengen Wintern in Kombination mit seiner Ortstreue oft zu hohen Verlusten.

Bei der Wahl seines Neststandortes ist der Vogel recht anpassungsfähig und besetzt manchmal auch bereits bestehende Höhlen. Im Allgemeinen bevorzugt er unter den Obstbaumarten Apfelbäume, ansonsten Eiche und Buche.
Die gezimmerten Höhlen finden sich in einer Höhe von circa zwei bis zehn Metern. Über die Ansprüche an den Totholzanteil gibt es keine Angaben, auch zur bevorzugten Altersstruktur der Bäume fehlen Daten.

Nach Bestandsrückgängen seit den 1950er und 1960er Jahren, hervorgerufen durch Lebensraumzerstörung und Intensivierung der Landbewirtschaftung, stabilisierten sich die Bestände wieder. Aktuell leben in Baden-Württemberg etwa 8.000 bis 10.000 Brutpaare. Möglicherweisen ist der Specht bei Nahrungs- und Habitatwahl flexibler als bisher angenommen.

 

Quelle: Leitbildbroschüre "Was brauchen Halsbandschnäpper, Wendehals, Steinkauz und Co.?", S. 22

 



Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 06. Juni 2013 um 15:22 Uhr